{"id":973,"date":"2017-11-22T08:26:25","date_gmt":"2017-11-22T08:26:25","guid":{"rendered":"http:\/\/de.esfkosovo.org\/?p=973"},"modified":"2017-11-22T08:26:25","modified_gmt":"2017-11-22T08:26:25","slug":"jedinstvo-ueber-esfk-mission-kosovo-oktober-2017","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/de.esfkosovo.org\/?p=973","title":{"rendered":"Jedinstvo \u00fcber ESFK Mission-Kosovo Oktober 2017"},"content":{"rendered":"<p>Auch \u00fcber unseren Einsatz im Oktober dieses Jahres berichtete die Wochenzeitung <a href=\"http:\/\/www.jedinstvo.rs\/online\/index.php\/2013-01-28-10-43\/2013-01-28-10-11-44\/6376-2017-10-09-13-53-41\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jedinstvo<\/a> (Einigkeit). Der Beitrag erschien bereits am 9. Oktober, kurz nach unserer Abreise.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.esfkosovo.org\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/jedinstvo_2017_10.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"974\" data-permalink=\"http:\/\/de.esfkosovo.org\/?attachment_id=974\" data-orig-file=\"http:\/\/de.esfkosovo.org\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/jedinstvo_2017_10.png\" data-orig-size=\"1349,1904\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"jedinstvo_2017_10\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"http:\/\/de.esfkosovo.org\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/jedinstvo_2017_10-213x300.png\" data-large-file=\"http:\/\/de.esfkosovo.org\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/jedinstvo_2017_10-726x1024.png\" tabindex=\"0\" role=\"button\" class=\"aligncenter wp-image-974\" src=\"http:\/\/de.esfkosovo.org\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/jedinstvo_2017_10.png\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"635\" srcset=\"http:\/\/de.esfkosovo.org\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/jedinstvo_2017_10.png 1349w, http:\/\/de.esfkosovo.org\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/jedinstvo_2017_10-213x300.png 213w, http:\/\/de.esfkosovo.org\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/jedinstvo_2017_10-768x1084.png 768w, http:\/\/de.esfkosovo.org\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/jedinstvo_2017_10-726x1024.png 726w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Die Liebe Gottes steht \u00fcber allen Vorurteilen<\/strong><\/p>\n<p>Zu einer weiteren humanit\u00e4ren Mission nach Kosovo und Metochien ist in diesem Oktober aus dem weiten Dresden der junge Deutsche Maik M\u00fcller mit sechs Freunden aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands, sowie zwei Brasilianern, die seit einigen Jahren im irischen Dublin wohnen, aufgebrochen.<\/p>\n<p>Vor der Ankunft in Velika Ho\u010da, wo Maik M\u00fcller und seine Begleiter bereits Freunde haben bei denen sie verweilen konnten, verbrachten die Mitglieder der \u201eEurop\u00e4ischen Solidarit\u00e4tsfront f\u00fcr Kosovo\u201c einige Zeit in Kosovska Mitrovica. Dort wollte die Gruppe von den dort wohnhaften Freunden und Bekannten erfahren, wie der Lebensalltag in diesem Ort aussieht und erkundeten einige Stra\u00dfen Mitrovicas bis zur Br\u00fccke \u00fcber den Ibar und den sogenannten Friedenspark. Ebenso besuchten sie das Denkmal des F\u00fcrsten Lazar und das Denkmal der serbischen Opfer aus dieser Stadt.<\/p>\n<p>Maik und seine Begleiter haben, wie in den Jahren zuvor, auch diesmal Schulmaterial an die Sch\u00fcler der Grundschulen in Velika Ho\u010da und Orahovac gespendet. Mit Spielsachen, S\u00fc\u00dfigkeiten, Buntstiften und vielf\u00e4ltigen weiteren f\u00fcr die kleinkindliche Bildung n\u00fctzlichen Geschenken haben sie den Kindern und Erziehern aus den Kinderg\u00e4rten \u201eNa\u0161a radost\u201c in Orahovac und Velika Ho\u010da eine gro\u00dfe Freude gemacht. F\u00fcr den Chemieunterricht an der Grundschule wurden experimentelle Laborbauk\u00e4sten \u00fcberreicht. Den Sch\u00fclern des Gymnasiums in Orahovac wurde es erm\u00f6glicht, dringend ben\u00f6tigtes Unterrichtsmaterial zu beschaffen.<\/p>\n<p>In Velika Ho\u010da wurde auch die Familie von Ivica und Nena Mi\u010di\u0107 besucht und 300 Euro als Geldspende \u00fcberreicht. Mit diesem Geld kann ein Teil der Kosten f\u00fcr die Augenoperation ihrer Tochter Jovana beglichen werden. Neben der Geldspende haben Jovana und ihr Bruder auch Schulmaterial erhalten, das Maiks Freunde aus Polen \u00fcberreicht haben.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit mit humanit\u00e4ren Helfern aus Polen ist nach den Worten Maik M\u00fcllers von au\u00dferordentlicher Bedeutung und tr\u00e4gt eine besondere Symbolik:<\/p>\n<p>\u201eIch muss betonen, dass der gr\u00f6\u00dfte Teil der Spenden, die wir im Rahmen dieser jetzigen Mission ins Kosovo gebracht haben, von den Menschen aus Polen stammt. Wenn wir bedenken, dass die Beziehungen zwischen den Deutschen und den Polen durch die Geschichte bis heute schwer und angespannt sind, zeigt uns die gro\u00dfe Hilfsbereitschaft der Menschen in Polen, dass die Liebe Gottes gr\u00f6\u00dfer ist als jegliche zwischenmenschlichen, irdischen Vorurteile und daf\u00fcr sind wir sehr dankbar.\u201c<\/p>\n<p>Anzumerken ist, dass Maik vor drei Jahren der Einladung eines tschechischen Freundes gefolgt ist und das erste Mal das Kosovo besucht hat. Im und um das Kosovo herum, wuchs die Zahl seiner Freunde, womit seine Sicht auf die Dinge erweitert wurde und damit auch neue Aufgaben einhergingen.<\/p>\n<p>\u201eNach meiner Ersten Reise nach Kosovo und Metochien, auf Einladung meiner tschechischen Freunde im Jahre 2014, die in der \u201eEurop\u00e4ischen Solidarit\u00e4tsfront f\u00fcr Kosovo\u201c organisiert waren, habe ich die Rahmenbedingungen gesehen, mit denen die Kosovo-Serben leben m\u00fcssen. Insbesondere das Schicksal der Kinder hat mich ber\u00fchrt, so dass ich den deutschen Zweig der \u201eEurop\u00e4ischen Solidarit\u00e4tsfront f\u00fcr Kosovo\u201c gegr\u00fcndet habe\u201c, erinnert sich Maik M\u00fcller.<br \/>\n\u201eSeitdem sind drei Jahre vergangen und wir arbeiten unerm\u00fcdlich, indem wir verschiedene Projekte entwickeln, mit denen wir den Kosovo-Serben in vielen Bereichen helfen. An erster Stelle helfen wir Institutionen, wie beispielsweise Schulen und Kinderg\u00e4rten, aber unsere Hilfsmissionen gelten auch direkt hilfsbed\u00fcrftigen Menschen und Familien.\u201c<\/p>\n<p>Den Worten Maik M\u00fcllers nach ist ein Hauptmotiv seiner Organisation die \u00dcbermittlung der Wahrheit und der Lebenssituationen, die sich vor Ort im Kosovo abspielen:<\/p>\n<p>\u201eDas Hauptziel unserer Arbeit ist, eine Stimme der Serben in unseren Heimatl\u00e4ndern zu sein, denn der sogenannte Kosovo-Krieg ist offiziell beendet, aber unsere Medien schweigen, bzw. \u00fcbermitteln keine Informationen dazu, welche Entwicklungen sich auf dem Kosovo seit Beendigung des Krieges zutragen. Wir m\u00f6chten aufzeigen, dass sich nicht alle Menschen im Westen mit der NATO-Aggression und den darauffolgenden Ereignissen einverstanden zeigen. Mit der Hilfe Gottes und unserer Tatkraft, erkennen immer mehr Menschen in Deutschland die Wahrheit, die wir ihnen direkt aus dem Kosovo \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p>Mit der Zeit entwickeln immer mehr Menschen in Deutschland das Interesse, sich selbst ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Aus diesem Grund sind wir in diesem Jahr (2017) zwei Mal angereist. Das erste Mal im Mai und nun, im Oktober, zum zweiten Mal. Neben den Personen, die bereits hier gewesen sind, kamen nun wieder neue Begleiter mit, die nie zuvor in dieser Region waren. Dies ist Teil unseres Projekts, indem wir immer mehr Menschen erfahren lassen, was sich hier ereignet.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Idee ist\u201c, so Maik, \u201edass unsere Hilfe den Institutionen und Menschen gegen\u00fcber langfristig und nicht einmalig angelegt ist. Eben so lange, wie unsere Hilfe ben\u00f6tigt wird.\u201c<\/p>\n<p>Ein weiterer Schritt der Zusammenarbeit wurde durch den Besuch des Klosters Gracanica und der Humanit\u00e4ren Organisation \u201eMajka devet Jugovi\u0107a\u201c getan.<\/p>\n<p>\u201eNach dem Besuch des Klosters, hatten wir ein Treffen mit den Mitarbeitern der Volksk\u00fcche\u201c, erz\u00e4hlt uns Maik. \u201eDort haben wir eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Kleidungsspenden f\u00fcr von Armut betroffene Familien hinterlassen \u2013 mit dem Wissen, dass die dort t\u00e4tigen Menschen am besten wissen, wer hiervon insbesondere betroffen ist. Besonders froh sind wir \u00fcber den herzlichen Empfang und die Kontakte zu weiteren Menschen und Hilfsorganisationen, die wir erhalten haben. Mit diesen werden wir bei k\u00fcnftigen humanit\u00e4ren Missionen zusammenarbeiten. Hierbei denke ich auch an eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit dem Zusammenschluss der Serben in der Diaspora. Hier hatten wir bereits Kontakte zur serbischen Volksdiaspora in N\u00fcrnberg und der Organisation \u201eSerben f\u00fcr Serben\u201c aus Belgrad. Wir arbeiten mit diesen nun zusammen und wir erhalten von ihnen logistische Hilfe, Kontakte und weitere Hilfestellungen, was uns sehr viel bedeutet.\u201c<\/p>\n<p>Einen besonderen Eindruck auf Maik M\u00fcller und seine Begleiter hat bei dieser Reise der Besuch des Ortes Prilu\u017eje gemacht. Dort besuchten sie die Kirche, die Schule und wurden von ihrem Bekannten Neboj\u0161a Zdravkovi\u0107 aus diesem Ort zum \u00f6rtlichen Denkmal f\u00fcr die get\u00f6teten Serben begleitet.<\/p>\n<p>\u201eIn Prilu\u017eje haben wir die \u00f6rtliche Schule besucht, haben mit dem Schuldirektor gesprochen, das Denkmal f\u00fcr die get\u00f6teten Serben aus diesem Ort und dar\u00fcber hinaus einen Tennisplatz besucht, dessen Zeltdach von einem Orkan besch\u00e4digt wurde. Am Ende haben wir noch die Kinder aus dem Leichtathletik-Club besucht und konnten deren Leistungswillen bestaunen, die zwar keine ad\u00e4quaten Bedingungen f\u00fcr das Training besitzen, daf\u00fcr aber viele Troph\u00e4en und Medaillen errungen haben\u201c, erz\u00e4hlte uns Maik.<\/p>\n<p><strong>Die Situation in Kosovo und Metochien wird nicht besser<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Maik M\u00fcller \u00e4ndert sich die Situation im Kosovo, zumindest f\u00fcr das Leben der Serben, nicht. Zumindest nicht zum Besseren.<\/p>\n<p>\u201eAuch nach drei Jahren sp\u00fcre und sehe ich nicht, dass sich hier etwas ver\u00e4ndert h\u00e4tte. Dies best\u00e4tigen uns auch unsere serbischen Freunde auf die Frage, ob es etwas Neues g\u00e4be. Die g\u00e4ngige Antwort lautet meist: \u201enichts Neues\u201c. In einigen Bereichen verschlimmert sich die Lage sogar. In einem Gespr\u00e4ch mit dem Sekret\u00e4r des Roten Kreuzes in Velika Ho\u010da zeigte dieser uns seine statistischen Daten, aus denen hervorgeht, dass bei gleichbleibender Dynamik der Migration, der Sterberate sowie ausbleibender Besch\u00e4ftigungsperspektive mit damit zusammenh\u00e4ngenden R\u00fcckkehrern und weiterer Faktoren, die ein normales Leben erm\u00f6glichen, dort im Jahre 2037 keine Serben mehr aufzufinden sein werden.<\/p>\n<p>Dies geht uns sehr nahe, insbesondere, wenn wir an die Kinder der Grundschule in Orahovac denken, die f\u00fcr uns und mit denen wir gemeinsame Lieder gesungen haben. In solchen Momenten ist es schwer, seine Tr\u00e4nen zu verbergen.\u201c<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite f\u00e4llt es Maik auch besonders schwer, dass er als \u201eAu\u00dfenstehender\u201c wenig an der lokalen Lebenssituation ver\u00e4ndern kann.<\/p>\n<p>\u201eAls jemand, der aus einem anderen Land kommt, so wie ich aus Deutschland, f\u00fchle ich mich nicht in der Position, um \u00fcber die serbische Politik oder dar\u00fcber, was zu tun oder lassen ist, zu debattieren. Meine pers\u00f6nliche Meinung ist, dass die Menschen in ihrem Glauben stark bleiben und sich nicht von Gott entfernen sollten. Die Menschen sollten ihre Werte nicht f\u00fcr ein vermeintlich \u201ebesseres\u201c Leben aufgeben. Ich wei\u00df auch, dass wir in Deutschland im Gegensatz zu den Serben auf dem Kosovo im Luxus leben, jedoch ist auch der Vergleich hier sehr komplex, da, wenn man sich Menschen wie uns anschaut, einfache Arbeiter, die irgendwo 1.200 Euro verdienen und davon 600 Euro f\u00fcr die Miete und weitere Zahlungen f\u00fcr Nebenkosten wie M\u00fcllgeb\u00fchren, Strom und Telekommunikation, sowie den Kindergarten, Lebensmittel, diverse Versicherungen, Kosten rund ums Auto, falls es eins gibt, ansonsten die Kosten f\u00fcr Monatskarten von \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln etc. aufbringen m\u00fcssen \u2013 so ist auch f\u00fcr uns das Leben am Ende nicht leicht, wenn man dies auf der materiellen Ebene betrachtet.<\/p>\n<p>Und wenn wir ins Kosovo kommen und all die Erfahrungen machen durch die Begegnungen mit Kindern und deren Familien, oder mit den Schulen und dann in unsere Herberge zur\u00fcckkehren, dann verbleiben wir noch lange im Gespr\u00e4ch \u00fcber unsere emotionalen Eindr\u00fccke und unsere Gef\u00fchle. Dann ist es f\u00fcr uns am Ende immer schwer zu fassen, dass wir als G\u00e4ste und Freunde zu Menschen kommen, die unter diesen Bedingungen hier leben m\u00fcssen, die sich nicht frei bewegen k\u00f6nnen, sich nicht frei \u00e4u\u00dfern d\u00fcrfen und immer unter einem gro\u00dfen Druck leben m\u00fcssen, wir uns hier hingegen ganz frei f\u00fchlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am Ende ist es so, dass meine Freunde und ich, die wir meist f\u00fcr etwa eine Woche hier kommen und wieder gehen, sehr leichtfertig viele Worte sagen k\u00f6nnen. Was ich hingegen ehrlich f\u00fchle ist das, was ich den Menschen hier auch sage: \u201eihr seid nicht allein!\u201c\u201c<\/p>\n<p>Vor der Reise nach Kosovo und Metochien ist Maik in Belgrad der Einladung der Vereinigung des K\u00f6nigreichs Serbien gefolgt und hat dort einen Vortrag \u00fcber die Arbeit seiner Organisation gehalten. Zudem war er auch Gast des serbischen Wissenschaftsfernsehens.<\/p>\n<p>\u201eIch war \u00fcberrascht \u00fcber die Einladung, nach Belgrad zu kommen und dort einen Vortrag zu halten. Denn was sollte ich als Ausl\u00e4nder \u00fcber die Serben im Kosovo referieren? W\u00e4hrenddessen haben mir die Organisatoren dieses Vortrags aus der Vereinigung des K\u00f6nigreichs Serbien erkl\u00e4rt, dass es besser sei, dass ich etwas zu diesem Thema beitragen w\u00fcrde, da die Menschen, die sich permanent mit ein und derselben Problematik befassen w\u00fcrden, eines Tages betriebsblind w\u00fcrden. Ich war \u00fcber die Reaktion der Menschen, die bei der Veranstaltung anwesend waren, sehr \u00fcberrascht. Am Ende der Veranstaltung wollten alle, die da waren, ein Foto mit mir machen, haben mir deren Kinder in den Arm gelegt, um uns gemeinsam zu fotografieren und einige Menschen behaupteten, ich sei eine besondere Pers\u00f6nlichkeit. Dies war f\u00fcr mich sehr ber\u00fchrend, denn ich sehe mich in keiner Weise als jemand Besonderes an, sondern lediglich als ein Schaf in der Herde Gottes.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war diese Veranstaltung, die dortige freundschaftliche Begegnung wie auch der Auftritt im serbischen Wissenschaftsfernsehen, bei der Journalistin Isidora, ein sehr unwirkliches Erlebnis.\u201c<\/p>\n<p>Auch wenn Maik sich aufgrund seiner Bescheidenheit nicht mit seinen Wohltaten und seinem Eintritt f\u00fcr bessere Lebensumst\u00e4nde der Kosovo-Serben r\u00fchmen m\u00f6chte, wissen die Menschen in sehr vielen Orten der serbischen En- und Exklaven sehr genau, was Maik f\u00fcr diese tut. Das Kosovo hat das Leben dieses jungen Deutschen nachhaltig ver\u00e4ndert, denn er hat den Weg eines Atheisten f\u00fcr den eines rechtgl\u00e4ubigen Christen getauscht. Mit seiner Taufe hat er j\u00fcngst diesen neuen Lebensweg eingeschlagen.<\/p>\n<p>Bereits zum vierten Male begleitet Maiks Freund Marian aus Deutschland die Mission der Europ\u00e4ischen Solidarit\u00e4tsfront f\u00fcr Kosovo.<\/p>\n<p>\u201eSeit meinem ersten Besuch im Kosovo ist fast kein Tag vergangen, an dem ich nicht an die Menschen gedacht habe, die ich hier kennengelernt habe\u201c, teilt uns Marian mit und sagt weiter: \u201edas Schicksal der Menschen und die schwierige Situation, in der die Menschen leben, wirken auf mich. Da ich selbst zwei Kinder habe, dachte ich oft daran, wie gut meine Kinder leben und unter welchen Umst\u00e4nden die Kinder in den serbischen Enklaven leben m\u00fcssen, bzw. leiden. Gleichzeitig sind diese Kinder die Zukunft des serbischen Volkes.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Maik, der seinen Tr\u00e4nen freien Lauf l\u00e4sst, f\u00e4llt es mir schwer, meinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Das passiert meist sp\u00e4ter, im stillen K\u00e4mmerlein. Mit den Aufnahmen, die ich mit meiner Fotokamera mache, versuche ich unsere Arbeit zu dokumentieren, aber ich versuche damit auch, anderen Menschen zu zeigen, was mich innerlich bewegt.<\/p>\n<p>Jedes Mal, wenn ich im Kosovo bin, ist mein Herz geteilt. Auf der einen Seite bin ich gl\u00fccklich \u00fcber die ehrlichen, offenen und herzlichen Menschen. Und \u00fcber die Kinder, die lachen, trotz aller Umst\u00e4nde. Auf der anderen Seite bin ich sehr traurig dar\u00fcber, dass kaum jemand wei\u00df, was im Kosovo passiert, da diese Dinge absichtlich unter Verschluss gehalten werden.<\/p>\n<p>Ein Moment, der diese Reise gepr\u00e4gt hat, war, als die Kinder in der Schule das Volkslied \u201eOj Kosovo, Kosovo\u201c sangen und ein M\u00e4dchen ihren Schulkameraden anstupste, damit dieser das Lied richtig s\u00e4nge und hierbei der Lehrer zu weinen anfing. Und noch trauriger war es, als wir mit den Lehrern \u00fcber unsere Pl\u00e4ne f\u00fcr die n\u00e4chsten Projekte sprechen wollten, uns diese jedoch entgegneten, dass deren Pl\u00e4ne nur sehr kurzfristigen Bestand haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Ich kann mir nicht vorstellen, welche Last diese Menschen tragen m\u00fcssen, wenn sie t\u00e4glich mit dem Damokles-Schwert \u00fcber ihnen K\u00f6pfen leben m\u00fcssen, dass sie ihren Kindern zu keinem Zeitpunkt eine sichere Zukunft bieten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Als die Mission am Samstag, den 7. Oktober endete, reisten auch die beiden Brasilianer Eduardo und Camilla voller Emotionen ab.<\/p>\n<p>\u201eAuch wir sind emotional ber\u00fchrt worden, so wie Maik.\u201c Fast einstimmig teilen die Beiden ihre Eindr\u00fccke dieser Reise ins Kosovo: \u201eWir hatten zuvor keine Vorstellung davon, was wir hier auffinden und antreffen w\u00fcrden. Einen echten Eindruck davon gewinnt man erst, wenn man hierher kommt. Es ist das Eine, \u00fcber etwas zu lesen, aber etwas ganz Anderes, wenn man etwas mit seinen eigenen Augen sieht. Das, was wir gesehen und gesp\u00fcrt haben, werden wir versuchen, unseren Freunden zu vermitteln. Denn das, was wir alles nicht wussten, bevor wir hier gewesen sind, das wissen diese auch nicht. Wir versuchen einfach das Bild, das wir von der Realit\u00e4t hier mitgenommen haben, den Schwierigkeiten der Serben auf dem Kosovo, dem permanenten Druck durch die Albaner, zu teilen. Auf der anderen Seite m\u00f6chten wir ebenso teilen, wie die Serben das schwere Leben dort ertragen.\u201c<\/p>\n<p>Das, woran all die jungen Menschen um Maik M\u00fcller herum glauben, ist, dass bei der R\u00fcckkehr in ihre Heimatl\u00e4nder neue Projekte auf sie warten, denn, so wie sie am Ende sagten, \u201ewer einmal hier war, der kommt immer und immer wieder.\u201c<\/p>\n<p><em>Olivera Radi\u0107<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch \u00fcber unseren Einsatz im Oktober dieses Jahres berichtete die Wochenzeitung Jedinstvo (Einigkeit). Der Beitrag erschien bereits am 9. Oktober, kurz nach unserer Abreise. 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