Gracanicaonline.info über ESFK Mission-Kosovo 2018

Am 30. Oktober berichtete das Netzportal gracanicaonline.info über unsere Mission-Kosovo 2018:

Erfolgreicher Abschluss der humanitären Okober-Mission der Europäischen Solidaritätsfront für Kosovo

Der junge Deutsche aus Dresden, Maik Müller, der den deutschen Zweig der Europäischen Solidaritätsfront für Kosovo leitet, beteiligte sich auch im Oktober an einer humanitären Mission im Kosovo und in Metochien und brachte eine Gruppe von humanitären Helfern aus mehreren europäischen Ländern mit, um gemeinsam Projekte zur Unterstützung des serbischen Volkes durchzuführen.

Nach einem vorbereiteten Plan besuchten sie Kosovska Mitrovica, Orahovac, Prizren, Gračanica, Novo Brdo, Prilužje, das Dorf Banja sowie das Kloster Gračanica, Visoki Dečani, Zočište, die Heiligen Erzengel und nach all den Besuchen kehrten sie nach Velika Hoča zurück, um in Frieden zu leben und sich mit Freunden zu treffen, die bei früheren Besuchen in dieses Dorf kamen. Während dieses Besuchs verbrachten sie die meiste Zeit mit reisen und dem Zusammensein mit den Kindern. Diesmal besuchten sie die Grundschule „Dositej Obradović“ und das Gymnasium in Orahovac sowie die Schule im Dorf Banje bei Srbica. Für alle drei Schulen brachten sie Büromaterial für die Bedürfnisse von Schulen und Lehrern, Schulmaterial für die Schüler und Spielzeug für die Vorschulkinder. Die Schulmaterialien wurden von Freunden der Organisation „Dritter Weg“ aus Polen für ihre Freunde aus Deutschland, Finnland und Italien gespendet, die sich für die Kinder in Kosovo und Metochien einsetzen.

Zufällige Begegnung auf der Brücke am Ibar

Zu Beginn der Oktober-Mission in Kosovska Mitrovica war Maik glücklich über ein zufälliges Treffen im Morgengrauen auf der berühmten Brücke am Ibar. Seiner Ansicht nach war diese Begegnung der bisher schönste Beginn all seiner bisherigen Reisen nach Kosovo und Metochien, weshalb Maik das Erlebnis mit uns teilt.

– Denken Sie nur, wir kommen um fünf Uhr morgens in Kosovska Mitrovica an, die Stadt hat geschlafen. Wir gingen schweigend entlang der Brücke am Ibar, vor unseren Augen war kein Finger zu sehen und plötzlich kam ein Auto vorbei, stoppte, kam zurück und aus dem Fenster rief mich jemand an „Hey, Maik!“. Ich drehe mich um und sah einen Freund aus dem Wagen steigen, Miroslav aus Velika Hoča, Kunstprofessor am Gymnasium in Orahovac. Mit unserer freundlichen Begrüßung und Umarmung, an der Brücke zwischen den beiden Kosovska Mitrovica, begann unsere Mission.

Das Treffen mit Miroslav war nur eines der vielen Treffen, die in den nächsten Tagen folgten. Dobrosav wartete in Kosovska Mitrovica, Zvonko in Prizren, Jovana und Dejan in Orahovac, ebenso wie Dobrila und Olivera, Vater Milenko in Velika Hoča und Familie Sapić im Dorf Banje.

In Gračanica trafen sie sich mit Svetlana Stević, Frau eines Priesters und Leiterin der Volksküche. Ihr übergaben sie Kleidung für die Ärmsten unter den Bedürftigen, die auf die Hilfe der Volksküche angewiesen sind. Sie trafen auch den Präsidenten der Fußballschule „28. Juni“. In Priluzje freuten sie sich mit den Kindern des Sportvereins, spielten Fußball und spendeten verschiedene Ausrüstung. Das Spiel endete mit einem katastrophalen Ergebnis von 11:2 und wie Maik sagte: „Die Kinder haben uns geschlagen und uns dazu gebracht, wieder zu kommen und das Rückspiel zu spielen.“

Im Dorf Banje war das Team von Humanitären mit Schulkindern unterwegs, denen sie diesmal halfen und waren Gäste im Haus der befreundeten Familie Šapić. In Velika Hoča besuchten sie die Familie von Saško Micić, der sie, in Zusammenarbeit mit der orthodoxen Kirchengemeinde München und dem Pfarrer Djordje Trajković, Kühe und Kälber kauften. Und sie besuchten Zlata Kostić, wo sie sich von den Umständen überzeugten, unter welchen sie lebt und versprachen, ihr zu helfen, das Badezimmer zu reparieren.

Hilfe ist die Liebste, wenn sie von Herzen kommt

Maik, der bereits für seine Menschlichkeit und Liebe für das serbische Volk bekannt ist, wurde an allen Orten freudig von den Kindern begrüßt. Sie liefen in seine Umarmung, fragten ihn nach seiner Tochter, ihrer Altersgenossin, und sangen ihr ein Lied … Und er, wieder berührt von ihrer Liebe und ihrem Spiel auf engstem Raum, weinte und sagte, dass das was seine Freunde und er tun und helfen wenig ist, aber von Herzen kommt. Und hätte er es nicht gesagt, ihre Gastgeber hätten es gewusst und gefühlt.

Seine gesammelten Eindrücke teilt Maik, der vor zwei Jahren bei seiner Taufe in Šašinci den Namen „German“ (nach dem Heiligen Hermann von Alaska) erhielt, mit unseren Lesern mit dem Wunsch, dass auch Menschen aus anderen Teilen der Welt kommen mögen, um die Heiligtümer und Menschen in Kosovo und Metochien zu besuchen und den Kindern, welche dort leben, ebenso zu helfen wie seine Freunde und er.

– Meine Freunde und ich kommen ein bis zweimal im Jahr in den Kosovo und nach Metochien, aber in unseren Ländern und von zu Hause aus überwachen wir ständig, was hier passiert, und jedes Mal, wenn wir schlechte Nachrichten hören ist es, als hätte man uns ein Stück unseres Herzens herausgerissen. Deshalb ist es einfacher, wenn wir kommen, wir sehen, wir mit den Leuten sprechen, wir helfen – beginnt Maik seine Geschichte und fährt fort:

– Jedes Mal kommen neue Leute mit mir und meinem Freund Marian. Und auch diesmal war es so. Sie erzählten mir nach dem Besuch des südlichen Teils von Kosovska Mitrovica: „Wir haben gesehen, dass es in diesem Teil von Mitrovica viele Investitionen der Europäischen Union gibt, aber auch viele albanische Flaggen“. Diese Flaggen, Gebäude und eine andere Lebensweise unterscheiden sich stark von denen in serbischen Orten, das bemerkten alle.

Maik erzählte uns, dass sie zum ersten Mal die Ambulanz in Orahovac besuchten

– Wir kommen seit Jahren nach Orahovac, wir besuchen die Schulen und Kindergärten und wir sind bereits mit den Professoren und Lehrern befreundet. Wir arbeiten an allen Hilfsprojekten in Absprache mit ihnen. Dieses Mal haben wir zum ersten Mal auch eine Ambulanz in dieser Stadt besucht. Wir haben mit Doktor Dostan Grković gesprochen, haben gehört, wie sie dort arbeiten, welche Probleme sie haben und was sie brauchen. Und wir haben ihnen ein paar Krücken mitgebracht, die sie verwenden können, falls es Patienten mit Beinfrakturen usw. gibt.

– Was ich hervorheben möchte, sagt Maik – wenn es um den Besuch der Volksküchen in Gračanica und Novi Brdo geht, die von der humanitären Organisation „Majka devet Jugovića“ geführt werden und deren Tierfarmen dank des Franzosen Arnaud Gouillon und seiner Organisation eröffnet werden konnten: Von all den Leuten, die wir trafen, haben wir nur Gutes über ihn und seine Arbeit gehört und es tut uns sehr leid, dass ihnen verboten wurde, in den Kosovo und nach Metochien zu kommen.

– Im Dorf Banje wurden wir von den Kindern der Schule und dem Priester Nebojša begrüßt. Vater Nebojša erzählte uns über das harte Leben in Istog, wo er mit seiner Frau und seinen Kindern lebt. Der Vater dient in einer Kirche, in deren Umgebung es keine Serben gibt. Mit den Kindern aus der Schule sangen wir das Lied „Oj Kosovo“ und das war für mich sehr bewegend, emotional, obwohl ich das Lied nicht zum ersten Mal hörte. Ich war dankbar für die Karte, welche mir die Kinder dieser Schule übergeben haben. Sie haben sie selbst mit Hingabe gestaltet, als Zeichen der Dankbarkeit. Wir haben auch eine große Urkunde vom Gymnasium in Orahovac erhalten, die von der Schülerin Ljubica Micić in Handarbeit gezeichnet wurde – sagte Maik.

Besondere Eindrücke nimmt Maik von Visoki Dečani mit

Neben den Treffen mit den Kindern, hat Maik auch immer freudige Begegnungen mit unseren Heiligtümern und Mönchen und erzählt uns:

– Was für mich und meine Freunde besonders wichtig war, war der Besuch des Kanon für den Heiligen König Stefan Dečanski in Dečani. Wir hatten die Ehre, die Nacht in Dečani zu verbringen und mit Vater Isaija und dem Klostervorsteher, Archimandrit Vater Sava zu sprechen, die uns von der Situation und den Problemen des Klosters berichteten. Wir haben unsere Eindrücke und Gedanken über Kosovo und Metochien ausgetauscht und wir sind dankbar, dass Vater Sava sich die Zeit für uns genommen hat, obwohl er sehr beschäftigt ist, nicht nur weil es im Kloster viel zu tun gibt, sondern auch wegen der Lösung vieler Probleme mit dem Klosterland, einer illegale Straße am Kloster und anderer schwieriger Situationen. Auf diese Weise senden wir ihm Grüße und hoffen, dass dieser Ort, er selbst und seine Mönche, vor dem Angriff unanständiger Menschen geschützt sein mögen.

Neu bei dieser Mission war für Maik und seine Freunde die Teilnahme an der Miholjdan-Feier in Velika Hoča

– Zunächst möchte ich mich bei meinen Freunden, den Familien Radić und Baljošević bedanken, die vorgeschlagen haben, an Miholjdan in Velika Hoča zu sein. Einige von uns haben an der Liturgie teilgenommen und wurden von Vater Milenko eingeladen, mit anderen Gästen, Priestern und Dichtern zu Mittag zu essen. Und es war mir eine Ehre, Bischof Theodosius zu sehen, der mich gesegnet und ein Foto mit mir gemacht hat. Ich traf den großen serbischen Dichter Matija Bećković, wir sahen Folklore, hörten uns Volkslieder an …
Dies war ein großartiger Moment für uns, weil wir in einer Situation leben, die „der Westen“ genannt wird, in der die Großmächte versuchen unsere Wurzeln abzuschneiden, weil sie wissen, dass Identität eine der Hauptsäulen der Nation ist und dass wir ohne unsere Wurzeln und Identität Nichts sind. Wir sehen es jeden Tag zu Hause. Wenn man bedenkt, wie die Menschen im Kosovo und in Metochien leben, wie ihre Kultur und ihr Erbe nicht mit Worten erklärt werden können. Wir können uns nur vorstellen, wie wir in der sogenannten Freiheit leben und wie es tatsächlich hier ist. Miholjdan war eine gute Gelegenheit zu sehen, wie es aussieht. Wir haben viele Leute gesehen, die wir in den letzten Jahren kennengelernt haben und haben neue Menschen kennengelernt. Es war eine schöne Zeit und eine wunderbare Erfahrung, mit der wir unseren Aufenthalt in Velika Hoča beendet haben.

Helfen Sie der Familie von Zlata Kostić

Vor der Abreise aus Kosovo und Metochien sagte Maik, dass sie zeitnah nach der Rückkehr in ihre Heimatländer eine neue Kampagne starten werden, um Frau Zlata Kostić zu helfen, deren zwei Brüder von Mitgliedern der UÇK entführt wurden. Er ist sich sicher, dass er wieder in den Kosovo und nach Metochien zurückkehren wird.

Von Velika Hoča aus möchte Maik eine Nachricht an die Menschen in der Welt senden

– Wir arbeiten meistens ununterbrochen, haben deshalb oft zu wenig Zeit für die Familie, wir rennen, um die Kinder zur Schule zu bringen und dann rechtzeitig auf Arbeit zu sein. Und nach der Arbeit rennen wir zu ihnen zurück, um sie rechtzeitig wieder abzuholen. All das nur, um genug Geld zu haben um die Wohnung, den Strom und andere Verpflichtungen zu zahlen. Die Menschen geben ihr Geld für mehr oder weniger bedeutungslose Dinge aus, ohne Interesse daran, was in ihrer Nachbarschaft passiert. In einer Welt, in der das Auto in einem Haus geparkt ist, in dem es warm ist, und direkt nebenan ein Obdachloser schläft, dem kalt ist und dem es nicht gut geht. Das bedeutet, dass definitiv etwas nicht in Ordnung ist. Es bedeutet, dass die Menschen sofort aufhören, die Augen öffnen und darüber nachdenken müssen, was sie tatsächlich haben. Sie fliegen mit dem Flugzeug der Sonne entgegen, reisen nach Griechenland in den verdienten Urlaub doch lassen dabei bereits Kosovo und Metochien hinter sich, ohne zu wissen, unter welchen Umständen die Menschen da unten leben. Ich denke, die Menschen in Europa sollten ihre Augen öffnen, sehen, was in der Mitte Europas geschieht, wie die Menschen leben, wie sie sich nicht bewegen können, nicht in den Urlaub fahren können und nicht einmal wissen, wie sie von einem Tag zum Anderen leben sollen. Es wäre meine Botschaft an alle, sich umzuschauen, die anderen Menschen zu sehen und zu versuchen zu helfen.

Olivera Radic

 

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