Jedinstvo über ESFK Mission-Kosovo 2015

Die Wochenzeitung Jedinstvo (Einigkeit), brachte am 5. Oktober eine Reportage über unseren diesjährigen Einsatz. Der Beitrag erschien auch auf den Seiten kosmet.org und pravoslavie.ru.

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„Europäische Solidaritätsfront für Kosovo“ hilft wieder serbischen Kindern in Kosovo und Metochien

„Kinder sind unsere Zukunft – ganz besonders für die Serben in Kosovo und Metochien und ihre leuchtenden Augen erwärmen unser Herz“, sagte der Deutsche Maik Müller in Orahovac.

In einer weiteren Mission in Kosovo und Metochien befand sich der junge Deutsche Maik Müller aus Dresden diesen September. Seine Idee, serbischen Kindern in der südlichen Provinz zu helfen war erfolgreich. Ihm standen dabei seine Freunde von der ESFK zur Seite und zwar nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus vielen anderen Ländern: Italien, Spanien, Polen, Tschechien, Syrien…

Während seines letzten Besuches im selben Zeitraum des vergangenen Jahres, bei dem er mit Freunden aus der Tschechischen Republik unterwegs war, versprach er wiederzukommen und Hilfe für die Schule und den Kindergarten in Orahovac und Velika Hoca mitzubringen. Mit der Erkenntnis darüber, wie die Serben in Kosovo und Metochien leben, erstellte er bei seiner Rückkehr in Sachsen eine Reportage die im Internet veröffentlicht wurde. Während seiner Reise durch Sachsen erzählte er Menschen über Kosovo und zeigte ihnen Bilder. Maiks Worten zu folge stieß seine Geschichte bei 98% auf positive Reaktionen. Mit den Gedanken den Menschen die Wahrheit berichten zu müssen, denn in der offiziellen Politik und den Leitmedien erzählen sie Lügen über den Krieg im ehemaligen Jugoslawien, vor allem über die Bombardierung Serbiens, Kosovos und Metochiens. In dem man die Menschen auf diese Tatsachen hinweist, kann man dazu beitragen, dass sie beginnen darüber nachzudenken und gegebenenfalls ihre Sichtweise ändern. Viele Menschen aus verschiedenen Verbänden (Arbeiter, Studenten, Ingenieure,…) begannen, nachdem sie von seiner Geschichte erfuhren, die Arbeit der ESFK zu unterstützen. Sie alle leisten ihre kleine Hilfe auf ihre Weise und tragen dazu bei, so eine organisierte humanitäre Mission auf die Beine zu stellen.

Die diesjährige Mission begann an der Grundschule „Dositej Obradovic“ in Orahovac, bei der Maik mit seinen Freunden Schulmaterialien zur Verfügung stellte, Süßigkeiten an die Kinder verteilte, einen Basketballkorb und Werkzeug spendete. Maik erzählte uns, dass sein Treffen mit diesen Kindern letztes Jahr einen großen Eindruck auf ihn hinterließ: „Ich muss zugeben das mir etwas einzigartiges widerfahren ist. Ich habe einen großen Teil meines Herzens in Kosovo und Metochien verloren, vor allem als ich diese Schule besichtigte und die Situation sah. Damals traf ich die Entscheidung eine deutsche Organisation innerhalb der ESFK zu schaffen und meine Arbeit an diesem Projekt fortzusetzen. Ich wollte nicht zulassen, dass das Ganze zu einer touristischen Tour wird, sondern dass wir eine kontinuierliche Hilfe leisten, so viel wie eben möglich ist. Über Facebook fand ich viele Freunde die meine Einstellung über die Geschehnisse im Kosovo teilen aber auch über die moderne Politik in Europa und sie hatten den Wunsch zu helfen. Jede Hilfe, sprich das Geld das wir gemeinsam sammelten, geht alles an die Serben aus Kosovo und Metochien, die Reise dorthin bezahlen wir selbst.“

Maik und seine Freunde haben auch Kontakt mit Serben aus der serbischen Republik, sie erzählen ihnen alles was sie wissen müssen um das serbische Volk besser zu verstehen.

„Wir möchten mit unserer Arbeit zeigen, dass nicht alle Menschen in Europa mit der NATO Aggression und den Folgen dieser einverstanden sind. Wir wünschen uns die Stimme der Serben in Kosovo und Metochien in unseren Herkunftsländern zu sein und dort die Wahrheit über die NATO Aggression und das Leben der Serben in Kosovo und Metochien zu verbreiten.“

Die humanitäre Mission erweiterte sich und half dieses Jahr auch dem Kindergarten. Maik sagte dazu: „Kinder sind unsere Zukunft“.
„Kinder sind unsere Hoffnung für die Zukunft und vor allem für die Serben in Kosovo und Metochien und wir versuchen ihnen ein wenig Hilfe zu geben und ihnen den Alltag zu erleichtern. Wir sind realistisch, wir wissen dass wir nicht die ganze Welt retten können, doch wir können diese Welt zumindest ein wenig besser machen. Heute sind wir nur einzelne Tränen in einem großen Ozean, doch wenn wir es schaffen mehr Menschen zu inspirieren, mit der Energie in unseren Herzen, dann werden diese Tränen zu einem Regen der eine Flut auslöst die alles Schlechte von dieser Welt davon schwemmt.

In dem Moment in dem wir diesen Kindern helfen, ist der Eindruck auf einen so groß, dass man ein bis zwei Wochen braucht das Ganze im Kopf zu sortieren. Doch das Treffen mit den Kindern erwärmt unser Herz und das Leuchten in ihren Augen, wenn sie sich über ganz einfache und kleine Sachen freuen. In unserer Gesellschaft ist das nicht mehr möglich, denn in der kapitalistischen Gesellschaft gibt es nichts mehr das einen Menschen so erfreuen kann, denn alles steht einem zur Verfügung. Hier freuen sich Kinder über Stifte und Hefte. In Deutschland hingegen werfen viele die Stifte bereits weg, wenn sie erst zur Hälfte aufgebraucht sind. Diese kindliche Seele zu sehen und ihre reinen Herzen, ist die größte Hoffnung und ich kann ganz ehrlich sagen, dass uns das zu Tränen gerührt hat und das sind keine Tränen der Trauer gewesen, sondern Tränen des Glückes und der Hoffnung.“

Was die Kinder und Lehrer in der Schule und dem Kindergarten besonders gefreut hat, waren die Ikonen die Maik mitgebracht hat. Die Tatsache, dass Maik nicht christlich-orthodox ist, doch den Serben Ikonen mitbrachte beschrieb er wie folgt:

„Das was mich dazu bewegte die Ikonen mitzubringen war die Tatsache, das sich in serbischen Häusern immer Ikonen befinden. Ich stellte jedoch bei meinem Besuch letztes Jahr in der Schule in Orahovac fest, dass manche Zimmer über Ikonen verfügen und anderen nicht. Als ich dann nachhause kam dachte ich mir, es wäre doch ein schönes Zeichen beim nächsten Mal Ikonen mitzubringen, die die Kinder an den Wänden des Klassenzimmers befestigen können, damit die Heiligen sie beschützen. Eine andere Sache bezogen auf mich ist, dass ich nicht gläubig bin, doch als ich die Klöster und Kirchen Decani und Gracanica auf dem Amselfeld besuchte und mich drin befand, empfand ich etwas das ich nicht beschreiben kann, eine spirituelle Energie und Kraft. Ich kann zwar von mir immer noch nicht behaupten religiös zu sein, doch durch dieses Erlebnis weckte der christlich-orthodoxe Glauben mein Interesse. Ich denke der Unterschied zwischen der orthodoxen Kirche auf der einen und der katholischen und protestantischen Kirche auf der anderen Seite ist, dass im christlich-orthodoxen der Glauben aus dem Volk ausgeht und dass ihr Glauben ihre traditionellen Werte wie die Familie und alles damit in Verbindung stehende schützt. Mein Freund ist Priester in einem kleinen Dorf bei Sremska Mitrovica, er klärt mich bei all meinen Fragen zum christlich-orthodoxen Glauben auf und half mir auch dabei die Ikonen zu besorgen. Ich möchte noch hinzufügen, dass bei meinem diesjährigen Besuch in Serbien die wundervolle Gelegenheit hatte, bei einer Liturgie dabei zu sein, bei der die Frau des geistlichen gemeinsam mit den Mädchen das Lied „Nasa vera pravoslavna“ sang. Sie wusste, dass mir das Lied gefällt.“

Für Milica Djordjevic ein ganz besonderes Geschenk – eine Gitarre
Ihr Besuch in Kosovo und Metochien wäre nicht vollständig, hätten sie nicht Milica Djordjevic in Prizren besucht, die sich letztes Jahr eine Gitarre wünschte. Sie brachten ihr aber auch nötige Sachen für die Schule.
„Die Hilfe die wir bieten ist nicht all zu groß, doch wir bringen Sachen die benötigt werden. Was Milica anbetrifft, haben wir ihren Wunsch nach einer Gitarre erfüllt und brachten ihr Sachen für die Schule. Milica hat uns mit ihrem Lehrer erwartet und sich über unsere Geschenke gefreut. Wir besuchten auch die Familie Sapic im Dorf Banje, deren Familienoberhaupt letztes Jahr verstorben ist. Die alleinige Verantwortung für vier Kinder trägt nun die Mutter alleine. Ihr brachten wir bei dieser Gelegenheit Geld und ihren Kindern benötigte Schulmaterialien.“

Mit seinen Freunden aus den europäischen Ländern kam dieses Jahr aber auch Rima Darius aus Syrien.

„Ich komme aus Syrien und bin hier um die Serben bei ihrem Kampf für ihr Land zu unterstützen, die auch weiterhin daran glauben ihr Territorium zu verteidigen. Das was ich hier im Kosovo sehe, ist dasselbe was ich auch in meiner Heimat sehe. Während den Gesprächen mit den Menschen, erfuhr ich von ihren Erfahrungen während dem Krieg, über die Angriffe der Albaner auf die Serbien. Dasselbe Szenario spielt sich gerade in meinem Land ab, deshalb fühle ich mit den Menschen hier mit. Wenn ich die Kinder hier sehe, dann sehe ich mein Volk. Während meines Aufenthalts hier fühle ich starke Emotionen. Ich lebte die letzten vier Jahre im Krieg und sehe hier nun die Nachwirkungen des Krieges, die Menschen hier kämpfen ums Überleben und verteidigen ihre serbische Nation und Identität. Sie bringen ihren Kindern ihre Sprache und Geschichte bei und wecken in ihnen den Stolz und zeigen was es heißt ein Serbe zu sein, durch all die Zeit hinweg und die Opfer ihrer Vorfahren.“

Sowohl bei Rima als auch bei Maik hinterlässt das Treffen mit den Kindern einen großen Eindruck.

„Während wir hier sind bin ich über das Lächeln der Kinder glücklich die sich über Kleinigkeiten freuen. Ich war auch in Syrien Volontär und half Kindern die aus anderen Städten geflohen sind, wegen den Terroranschlägen. 24 Stunden täglich half ich und unterbrach meinen schulischen Werdegang und die Arbeit, um den Familien und Kindern helfen zu können, die Hilfe so dringend nötig haben. Und das was ich heute leiste, ist die Fortführung meiner Botschaft an die Welt, das egal was die NATO und die westlichen Staaten und die USA tun, wir alle überleben werden, da wir als Menschen stolz auf unsere Herkunft sind. Ich stehe heute hier als Syrerin und möchte sagen, dass wir Syrer euch lieben und wissen was ihr durchgemacht habt und das ihr wisst was die Wahrheit ist und was mein Volk gerade durchmachen muss, da ihr das selbe durchmachen musstest, das ist meine Botschaft.“

Diese jungen Menschen der Europäischen Solidaritätsfront für Kosovo wurden herzlich empfangen von den Leitern der Schule und des Kindergartens. Im Kindergarten hat Maik nach serbischem Brauch mit der Direktorin Ljiljana das Brot gebrochen. Ihren Aufenthalt nutzten sie auch dafür, die Klöster und Kirchen zu besichtigen in Orahovac und Velika Hoca.

Olivera Radic

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